Neue Westfälische Zeitung, Lokalteil Paderborn, 28.02.2002
VON HANS-HERMANN IGGES
Nachdem das Rad bereits erfunden ist, perfektioniert Bernd Schon das Drumherum
Paderborn. Bernd Schon (51) ist Tüftler aus Passion. Größere oder kleinere
Erfindungen macht er seit dreißig Jahren. Seit acht Monaten geht der Inhaber eines
Spezialgeschäftes für Elektrofahrräder als Mitglied des „Erfinderclub Paderborn“ die
Sache so richtig systematisch an. Zwei seiner Erfindungen liegen nun dem Deutschen
Patentamt zur Anmeldung vor.
Als Zweiradhändler mit eigener Werkstatt verspürte Schon vor gut einem Jahr den
dringenden Bedarf nach einem universell für alle Radgrößen einsetzbaren
Zentrierständer. Bernhard Schon: „Etwas für kleine wie große, breite oder schmale
Felgen.“ Er setzte sich also hin, probierte dies, probierte jenes.
Auf den hundertsten Millimeter genau musste die Mechanik ausfallen. Die
erfolgversprechendsten Ideen ließ der Tüftler dann von seinem Bruder Wilhelm Schon (48)
in die Praxis umsetzen.
So kam ein Modell zum anderen bis jetzt der „Centrimaster“ als erster serientauglicher
Prototyp fertig war. Mit dem will er auf Zweiradmessen industrielle Hersteller gewinnen.
Schon: „Ich kann mir vorstellen, entweder die Lizenz dafür zu verkaufen oder selbst
produzieren zu lassen.“ Der Paderborner ist sichtlich zufrieden, aber auch erleichtert:
„Dass es so schwer würde, hätte ich am Anfang nicht gedacht. Jetzt ist das Gerät so gut
geworden, dass man es wahrscheinlich weltweit vermarkten kann.“
Im Efinderclub Paderborn treffen sich seit gut zwei Jahren die Tüftler der Region,
um sich gegenseitig mit Tipps zu versorgen. Bernhard Schon hat auch davon profitiert:
„Speziell, was das Anmeldeverfahren zum Patent angeht, kann man, wenn man es richtig
macht, viel Geld sparen.“ Alles in allem kostet Schon das Verfahren auch so rund 5.000
Euro, nicht gerechnet die Entwicklungskosten für den Zentrierständer in gleicher Höhe.
Schon: „Ohne die Arbeitskosten.“
Wesentlich billiger war da die Entwicklung von zwei Einstiegshilfen für körperlich
meist etwas unbewegliche Benutzer von Elektrofahrrädern. Und mit einer anderen Patenten
Idee hofft Schon, schon bald Geld zu verdienen: Eine Halterung, die den Wechsel der
Akkus an einem Elektrorad auch für weniger kräftige Menschen ultraleicht macht.
Schon: „Ein Herteller im Schwäbischen hat Interesse angemeldet.“
Der Erfinderclub bietet übrigens regelmäßig Vorträge zum Patentrecht, die auch für
Nicht-Mitglieder kostenlos sind. Auch will man nun die kreativen Potenziale
Jugendlicher fördern: Bei einem Wettbewerb für zehnte Klassen soll es im Juni
um die Verleihung eines „Erfinderclub-Oskars“ als ersten Preis gehen. Kontakt:
Gabriele Meier, (05254) 808944.
VON HANS-HERMANN IGGES
Quelle: Neue Westfälische Zeitung NW-News im Internet